Auf den Punkt: Die Suche ist der wichtigste Verkäufer in Ihrem Shop. Wer sie benutzt, weiß meistens schon, was er will, und ist kurz vorm Kauf. Findet er es nicht, ist er in Sekunden weg, oft zur Konkurrenz. In diesem Beitrag zeigen wir, wie die Shopware-Suche funktioniert, wie Sie sie in Shopware 6 einstellen, typische Suchprobleme lösen und wann sich ein Such-Plugin lohnt. Alles einfach erklärt.
Stellen Sie sich einen freundlichen Verkäufer im Laden vor. Sie fragen ihn nach roten Laufschuhen in Größe 42, und er führt Sie sofort zum richtigen Regal. Genau das soll Ihre Suche im Onlineshop leisten. Ein schlechter Verkäufer dagegen zuckt mit den Schultern und sagt „gibt es nicht", obwohl das Produkt zwei Meter weiter im Regal steht. Solche verlorenen Verkäufe passieren in vielen Shops jeden Tag, ohne dass es jemand merkt.
Warum die Suche der wichtigste Verkäufer ist
Menschen, die die Suche benutzen, verhalten sich anders als Menschen, die durch Kategorien stöbern. Sie haben ein klares Ziel. Sie tippen einen Produktnamen, eine Marke oder eine Eigenschaft ein, weil sie genau das suchen. Diese Besucher kaufen deutlich häufiger als der Rest, wenn sie finden, was sie wollen.
Das macht die Suche zu einem der stärksten Hebel für mehr Umsatz:
Hohe Kaufabsicht: Sucher sind fast am Ziel. Sie brauchen nur den letzten kleinen Schubs, nämlich das passende Ergebnis.
Sofortiges Feedback: Eine schlechte Suche vertreibt genau die Kunden, die am ehesten gekauft hätten. Das tut doppelt weh.
Wertvolle Daten: Was Menschen suchen, verrät Ihnen, was sie wollen, welche Produkte fehlen und welche Wörter sie benutzen.
Deshalb lohnt es sich, die Suche genauso ernst zu nehmen wie starke Produktseiten. Beide entscheiden darüber, ob aus Interesse ein Kauf wird.
Wie die Shopware-Suche funktioniert
Bevor wir optimieren, kurz das Grundprinzip, ganz ohne Technik-Kauderwelsch. Shopware führt eine Liste aller Wörter, die in Ihren Produkten vorkommen, in Namen, Beschreibungen, Produktnummern und weiteren Feldern. Diese Liste heißt Suchindex. Tippt ein Kunde etwas ein, schaut Shopware in diesem Index nach und zeigt die passenden Produkte.
Zwei Dinge sind dabei wichtig zu verstehen:
Der Index muss aktuell sein. Neue oder geänderte Produkte tauchen erst dann in der Suche auf, wenn der Index neu aufgebaut wurde. Meist passiert das automatisch, manchmal müssen Sie es anstoßen.
Die Suche ist nur so gut wie Ihre Produktdaten. Was nicht im Produkttext steht, kann die Suche nicht finden. Gute, ausführliche Produktbeschreibungen helfen also direkt der Suche.
Wer das einmal verstanden hat, weiß auch, warum ein Produkt manchmal „nicht gefunden" wird, obwohl es existiert: Entweder fehlt das gesuchte Wort im Text, oder der Index ist veraltet.
Die Suche in Shopware 6 konfigurieren
Shopware bringt einige Einstellungen mit, mit denen Sie die Suche ohne Plugin verbessern. So gehen Sie vor:
Sucheinstellungen öffnen: Gehen Sie in der Administration auf Einstellungen, Shop, Suche. Hier steuern Sie, wie die Suche arbeitet.
Wichtige Felder stärker gewichten: Sie können festlegen, welche Felder besonders zählen. Meist ist es sinnvoll, den Produktnamen höher zu gewichten als eine lange Beschreibung, damit die passendsten Treffer oben stehen.
Suchbegriffe und Synonyme pflegen: Legen Sie fest, dass verschiedene Wörter dasselbe meinen. Sucht jemand nach „Sneaker", soll er auch „Turnschuhe" finden. Solche Synonyme fangen viele verlorene Suchen ab.
Ausschlusswörter definieren: Füllwörter wie „und", „der", „mit" sollen Ergebnisse nicht verwässern. Shopware kann solche Wörter ignorieren.
Suchindex neu aufbauen: Nach Änderungen bauen Sie den Index neu auf, unter Einstellungen, System, Caches und Indizes. Erst dann greifen viele Anpassungen.
Diese Schritte kosten wenig Zeit und verbessern die Trefferqualität oft sofort spürbar. Wichtig ist, danach selbst ein paar typische Suchbegriffe auszuprobieren.
Typische Suchprobleme und wie Sie sie lösen
Die meisten Shops kämpfen mit denselben vier Problemen. Die gute Nachricht: Für jedes gibt es eine Lösung.
Tippfehler: Der Kunde schreibt „Turnshue" statt „Turnschuhe" und bekommt nichts. Eine fehlertolerante Suche, die kleine Schreibfehler verzeiht, fängt das ab. Die Standardsuche kann das nur begrenzt, gute Plugins können es sehr gut.
Synonyme: „Handy" und „Smartphone", „Pulli" und „Pullover". Wenn Sie die wichtigsten Synonyme pflegen, findet der Kunde sein Produkt, egal welches Wort er benutzt.
Keine Ergebnisse: Führt eine Suche ins Leere, verlieren Sie den Kunden fast sicher. Dazu gleich mehr, denn diese Seite können Sie retten.
Falsche Sortierung: Die relevantesten Produkte stehen nicht oben. Über die Gewichtung der Felder und eine sinnvolle Standardsortierung bringen Sie Ordnung hinein.
Gehen Sie diese vier Punkte einmal durch, und Sie beheben die häufigsten Frustmomente Ihrer Kunden auf einen Schlag.
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Such-Check anfragenFilter und Facetten: Ordnung in großen Sortimenten
Bei vielen Produkten reicht die reine Textsuche nicht. Der Kunde tippt „Laufschuhe" und bekommt dreihundert Treffer. Jetzt braucht er Filter, um einzugrenzen: Größe, Farbe, Marke, Preis.
So machen Sie Filter hilfreich statt verwirrend:
Nur sinnvolle Filter zeigen. Filter, die kaum jemand nutzt, machen die Auswahl unübersichtlich. Zeigen Sie die, die wirklich bei der Entscheidung helfen.
Filter aus sauberen Produkteigenschaften bauen. In Shopware entstehen Filter aus den Eigenschaften Ihrer Produkte. Nur wenn Farbe, Größe und Material sauber gepflegt sind, funktionieren die Filter.
Für das Handy denken. Über die Hälfte Ihrer Kunden ist am Smartphone. Filter müssen dort leicht erreichbar und bedienbar sein, ohne den halben Bildschirm zu verdecken.
Die Trefferzahl zeigen. „Rot (12)" hilft dem Kunden abzuschätzen, ob sich der Klick lohnt.
Gut gemachte Filter verwandeln ein unübersichtliches Sortiment in ein geführtes Einkaufserlebnis. Sie sind ein zentraler Teil einer durchdachten Shop-Gestaltung, so wie wir es auch beim Thema Startseite optimieren beschreiben.
Wann sich ein Such-Plugin lohnt
Die Standardsuche von Shopware ist solide und reicht für viele kleinere Shops. Ab einer gewissen Größe oder bei besonderen Anforderungen stößt sie aber an Grenzen. Dann lohnt sich ein spezialisiertes Such-Plugin wie Doofinder, Findologic oder FactFinder.
Ein solches Plugin lohnt sich, wenn:
Ihr Sortiment groß ist. Bei tausenden Produkten machen bessere Trefferqualität und clevere Sortierung einen echten Unterschied.
Sie viele Tippfehler und Synonyme haben. Gute Plugins verzeihen Schreibfehler und lernen dazu, welche Wörter Kunden benutzen.
Sie eine schnelle Live-Suche wollen. Ergebnisse, die schon beim Tippen erscheinen, mit Bild und Preis, führen Kunden schneller zum Produkt.
Sie die Suche gezielt steuern wollen. Bestimmte Produkte bei bestimmten Suchbegriffen nach oben holen, etwa Aktionsware.
Ein Plugin ist aber kein Selbstläufer. Es muss richtig eingerichtet und mit sauberen Produktdaten gefüttert werden. Ob sich der Aufwand für Sie lohnt, schauen wir uns als Ihre Shopware-Agentur gern gemeinsam an, ehrlich und ohne Ihnen etwas aufzuschwatzen.
Die „Keine Ergebnisse“-Seite retten
Wenn eine Suche ins Leere läuft, ist der Kunde am nächsten dran, den Shop zu verlassen. Eine leere Seite mit „Keine Ergebnisse gefunden" ist eine verpasste Chance. So machen Sie mehr daraus:
Vorschläge anbieten. Zeigen Sie ähnliche Produkte, beliebte Kategorien oder Ihre Bestseller. So bekommt der Kunde trotzdem etwas zu sehen.
Freundlich formulieren. Statt eines nüchternen „Keine Treffer" ein hilfreicher Satz: „Wir haben dazu nichts gefunden, vielleicht hilft eine dieser Kategorien weiter."
Zur Suche einladen. Bieten Sie das Suchfeld direkt wieder an, damit der Kunde es mit anderen Worten versuchen kann.
Kontakt anbieten. Ein Hinweis wie „Nicht gefunden? Fragen Sie uns" hält die Tür offen und kann sogar zu einer persönlichen Anfrage führen.
Aus einer Sackgasse wird so eine Abzweigung. Das rettet Kunden, die Sie sonst verloren hätten.
Die Suche messen und immer besser machen
Das Beste an der Suche: Sie verrät Ihnen laufend, was Ihre Kunden wollen. Nutzen Sie das:
Häufige Suchbegriffe ansehen. Wonach wird am meisten gesucht? Diese Produkte gehören gut auffindbar und prominent platziert.
Suchen ohne Treffer auswerten. Das ist die wertvollste Liste überhaupt. Sie zeigt, welche Produkte Kunden erwarten, die Sie vielleicht gar nicht führen, oder welche Wörter in Ihren Texten fehlen.
Aus den Lücken lernen. Sucht niemand nach einem Wort, das in Ihren Produkttexten steht, benutzen Ihre Kunden vielleicht ein anderes. Passen Sie Ihre Texte oder Synonyme an.
So wird Ihre Suche mit jeder Woche ein Stück besser, weil Sie sie mit echten Kundenwünschen füttern. Damit die Ergebnisse dabei auch blitzschnell erscheinen, hilft ein technisch schneller Shop, siehe Shopware Performance optimieren.
Ein Beispiel aus der Praxis
Ein Modeshop stellt fest, dass viele Besucher nach „Regenjacke" suchen, aber oft auf einer leeren Ergebnisseite landen. Ein Blick in die Produktdaten zeigt: Die Jacken heißen im Shop „Funktionsjacke wasserdicht". Das Wort „Regenjacke", das die Kunden tippen, kommt nirgends vor.
Die Lösung kostet zehn Minuten. Der Shop legt „Regenjacke" als Synonym für „Funktionsjacke" an und ergänzt den Begriff in den Produkttexten. Beim nächsten Index-Neuaufbau finden die Kunden ihre Regenjacken sofort. Aus einer Sackgasse werden Verkäufe.
Solche Aha-Momente stecken in fast jedem Shop. Sie werden nur selten entdeckt, weil niemand in die Suchdaten schaut. Wer sich einmal im Monat die häufigsten Suchen und die Suchen ohne Treffer ansieht, findet regelmäßig genau solche einfachen Gewinne. Das ist mit die günstigste Umsatzsteigerung überhaupt, denn die Kunden wollten ja bereits kaufen.
Suche und Conversion hängen zusammen
Eine gute Suche steht nie für sich allein. Sie ist der Anfang einer Kette: Der Kunde sucht, findet, klickt auf ein Produkt und kauft. Reißt die Kette an einer späteren Stelle, war die beste Suche umsonst. Deshalb lohnt es sich, den ganzen Weg im Blick zu behalten, von der Suche über die Produktseite bis zum Warenkorb, so wie wir es im Beitrag Conversion Rate im Onlineshop steigern beschreiben.
Die Suche zu verbessern ist dabei einer der dankbarsten Schritte, weil sie genau die Kunden betrifft, die schon fast gekauft hätten. Jeder gelöste Suchfrust ist ein geretteter Verkauf.
Fazit: Eine gute Suche ist bares Geld
Die Suche ist kein Nebenschauplatz, sondern einer der stärksten Hebel für mehr Umsatz. Menschen, die suchen, wollen kaufen. Ihre Aufgabe ist es nur, dass sie auch finden. Mit den Bordmitteln von Shopware kommen Sie schon weit: Felder gewichten, Synonyme pflegen, Ausschlusswörter setzen, Filter sauber aufbauen und den Index aktuell halten.
Prüfen Sie regelmäßig, wonach gesucht wird und wo Kunden ins Leere laufen. Wer diese Signale ernst nimmt und die Suche Schritt für Schritt verbessert, verdient an genau den Besuchern mehr, die ohnehin am ehesten kaufen wollten.
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Jetzt Beratung anfragenHäufige Fragen: Shopware Suche optimieren
Wie optimiere ich die Suche in Shopware 6? +
Gehen Sie auf Einstellungen, Shop, Suche und legen Sie fest, welche Felder wie stark zählen, meist der Produktname höher als die Beschreibung. Pflegen Sie Synonyme, setzen Sie Ausschlusswörter für Füllwörter und bauen Sie danach den Suchindex neu auf. Testen Sie zum Schluss ein paar typische Suchbegriffe, um das Ergebnis zu prüfen.
Warum findet die Shopware-Suche ein Produkt nicht? +
Meist gibt es zwei Gründe. Entweder steht das gesuchte Wort nicht im Produkttext, dann kann die Suche es nicht finden, oder der Suchindex ist veraltet und muss neu aufgebaut werden. Ergänzen Sie fehlende Begriffe in Namen und Beschreibung und stoßen Sie den Index-Neuaufbau an.
Was ist der Suchindex und wann muss ich ihn neu aufbauen? +
Der Suchindex ist eine Liste aller Wörter aus Ihren Produkten, in der Shopware bei einer Suche nachschaut. Nach größeren Änderungen an Produkten oder Sucheinstellungen sollten Sie ihn unter Einstellungen, System, Caches und Indizes neu aufbauen, damit die Änderungen in der Suche ankommen.
Wie richte ich Synonyme für die Suche ein? +
In den Sucheinstellungen von Shopware legen Sie fest, welche Wörter als gleichbedeutend gelten, zum Beispiel Sneaker und Turnschuhe oder Handy und Smartphone. So findet der Kunde das passende Produkt, egal welches der Wörter er eintippt. Das fängt viele Suchen ab, die sonst ins Leere laufen würden.
Wann lohnt sich ein Such-Plugin wie Doofinder oder FactFinder? +
Ein Such-Plugin lohnt sich vor allem bei großen Sortimenten, wenn Sie Tippfehler verzeihen, viele Synonyme abdecken oder eine schnelle Live-Suche mit Bildern anbieten wollen. Für kleinere Shops reicht die Standardsuche von Shopware in der Regel aus, wenn sie sauber konfiguriert ist.
Was soll ich auf der Seite ohne Suchergebnisse anzeigen? +
Zeigen Sie statt einer leeren Seite Vorschläge wie beliebte Kategorien, ähnliche Produkte oder Bestseller, formulieren Sie freundlich und bieten Sie das Suchfeld erneut an. Ein Hinweis wie Nicht gefunden? Fragen Sie uns hält die Tür offen und kann sogar zu einer persönlichen Anfrage führen.