Produktkonfigurator für Shopware: individuelle Produkte verkaufen

Normale Varianten reichen nicht, wenn Kundinnen und Kunden Maße, Gravuren oder Bauteile frei kombinieren sollen. Wir zeigen, wie ein Produktkonfigurator in Shopware 6 funktioniert und worauf Sie bei der Einrichtung achten müssen.

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Normale Varianten reichen nicht, wenn Kundinnen und Kunden Maße, Gravuren oder Bauteile frei kombinieren sollen. Wir zeigen, wie ein Produktkonfigurator in Shopware 6 funktioniert und worauf Sie bei der Einrichtung achten müssen.

Ein Kunde will einen Schrank, der genau 187 Zentimeter breit ist. Eine andere Kundin will ihren Namen in ein Armband gravieren lassen. Ein Firmenkunde braucht eine Maschine mit drei verschiedenen Zusatzmodulen, aber nur in genau einer Kombination. Für solche Fälle reicht die normale Produktseite nicht aus. Sie brauchen einen Produktkonfigurator.

Ein Produktkonfigurator ist eine Art Baukasten auf Ihrer Produktseite. Kundinnen und Kunden stellen sich ihr Produkt selbst zusammen, Schritt für Schritt: erst das Material, dann die Farbe, dann das Maß, vielleicht noch eine Gravur. Der Preis passt sich dabei live an. Das klingt nach viel Technik, und das ist es auch. Die gute Nachricht: Mit dem richtigen Plugin lässt sich das in Shopware 6 sauber umsetzen.

In diesem Beitrag erklären wir, was einen Konfigurator von normalen Produktvarianten unterscheidet, warum Shopware dafür ein Plugin braucht, wie der Aufbau in der Praxis abläuft und worauf Sie bei Recht, SEO und Ladezeit achten sollten. Der Beitrag richtet sich an alle, die in Shopware 6 Produkte mit vielen Optionen verkaufen wollen: Möbelhersteller mit Wunschmaßen, Textilshops mit Druck oder Gravur, Technikanbieter mit vielen Bauteil-Kombinationen und B2B-Shops mit Sonderanfertigungen.

Für alle diese Gruppen gilt dasselbe Grundproblem: Der klassische Onlineshop ist auf fertige Produkte ausgelegt. Ein Artikel, ein Preis, ein Klick auf „In den Warenkorb". Sobald Kundinnen und Kunden aber mitbestimmen sollen, wie das Produkt am Ende aussieht, reicht dieses einfache Modell nicht mehr. Genau hier setzt ein Produktkonfigurator an, und genau deshalb lohnt sich ein genauer Blick darauf, bevor Sie Geld und Zeit in die Einrichtung stecken.

Konfigurator oder Variante: Wo ist der Unterschied

Viele Shopbetreiber:innen verwechseln am Anfang zwei Dinge: Produktvarianten und einen Produktkonfigurator. Beide sorgen dafür, dass Kundinnen und Kunden ein Produkt in verschiedenen Ausführungen kaufen können. Trotzdem sind es zwei ganz unterschiedliche Systeme, und die Verwechslung kostet später Zeit und Geld.

Eine Produktvariante ist eine feste, vorher angelegte Kombination. Ein T-Shirt in „Größe M, Farbe Blau" ist eine Variante. Ein T-Shirt in „Größe L, Farbe Rot" ist eine andere Variante. Sie als Shopbetreiber:in legen diese Kombinationen vorher im System an. Shopware 6 kann das von Haus aus sehr gut, über das eingebaute Eigenschaften- und Varianten-System. Wie das genau funktioniert, erklären wir im Detail in unserem Beitrag Shopware Produktvarianten anlegen.

Ein Produktkonfigurator geht einen Schritt weiter. Er erlaubt freiere Auswahl, oft über mehrere Stufen hinweg. Ein Beispiel: Ein Tisch, bei dem die Breite in Zentimetern frei eingegeben wird, die Beinform separat gewählt wird und zusätzlich noch eine Gravur möglich ist. Das sind nicht zehn oder zwanzig vorab angelegte Kombinationen, das sind theoretisch tausende mögliche Kombinationen. Niemand legt die alle einzeln an. Stattdessen definieren Sie Regeln: Diese Option kostet so viel Aufpreis, diese Option schließt jene andere aus, dieses Maß muss zwischen 80 und 240 Zentimetern liegen.

Oft kommt beim Konfigurator noch eine Live-Vorschau dazu: eine Grafik, die sich verändert, während die Kundin oder der Kunde Optionen auswählt. Das ist bei einer normalen Variante nicht nötig, weil es für jede Variante ja schon ein fertiges Produktfoto gibt. Beim Konfigurator gibt es kein fertiges Foto für jede mögliche Kombination, deshalb braucht es entweder eine schematische Vorschau oder man verzichtet bewusst darauf.

Die Faustregel für die Praxis: Wenn Sie die Kombinationen an einer Hand abzählen können (oder an zwei Händen), reichen Varianten. Wenn es um freie Maßeingaben, Textfelder für Gravuren oder viele unabhängige Optionsgruppen mit Aufpreisen geht, brauchen Sie einen echten Konfigurator.

Ein weiterer Unterschied liegt in der Lagerhaltung. Varianten lassen sich einzeln auf Lager legen, weil es ja nur eine begrenzte Anzahl fester Kombinationen gibt. Bei einem Konfigurator ist das meist nicht möglich, weil die Kombination erst durch die Bestellung entsteht. Das Produkt wird in der Regel erst nach der Bestellung gefertigt, nicht vorher auf Vorrat produziert. Das hat Folgen für Lieferzeiten, Versandtexte und auch für die Erwartungshaltung Ihrer Kundinnen und Kunden: Ein konfiguriertes Produkt braucht fast immer eine längere, klar kommunizierte Lieferzeit als ein Produkt aus dem Lager.

Warum Shopware 6 dafür ein Plugin braucht

Shopware 6 hat kein eingebautes Konfigurator-System. Das eingebaute Eigenschaften- und Varianten-System ist stark, aber es ist für vorab festgelegte Kombinationen gemacht, nicht für freie, mehrstufige Auswahl mit Abhängigkeiten und Live-Preisberechnung. Wer einen echten Konfigurator braucht, kommt um ein Plugin aus dem Shopware Store nicht herum.

Das ist kein Nachteil, sondern logisch. Ein Konfigurator ist ein komplexes Werkzeug mit vielen Spezialfällen: Wie rechnet man den Aufpreis, wenn zwei Optionen gleichzeitig gewählt werden? Was passiert, wenn eine Kombination technisch gar nicht herstellbar ist? Wie zeigt man eine Vorschau an, ohne die Seite langsam zu machen? Solche Fragen beantwortet ein spezialisiertes Plugin besser, als es ein Basissystem für alle Shops jemals könnte.

Im Shopware Store gibt es mehrere Anbieter von Konfigurator-Plugins. Die Plugins unterscheiden sich in Tiefe und Preis: Manche sind für einfache Fälle gedacht (ein paar Optionsgruppen, einfache Aufpreise), andere sind für sehr komplexe Industrieprodukte gebaut (hunderte Optionen, verschachtelte Abhängigkeiten, technische Prüfregeln). Wichtig ist, dass Sie nicht das teuerste oder bekannteste Plugin wählen, sondern das, das zu Ihrem konkreten Fall passt. Ein Möbelhersteller mit drei Optionsgruppen braucht keine Industrie-Lösung für Maschinenbau.

3D-Illustration dreier leuchtender Schieberegler-Icons uebereinander auf einer Glaskarte
Schritt fuer Schritt waehlen Kund:innen Material, Farbe und weitere Optionen fuer ihr individuelles Produkt.

Bei der Auswahl helfen drei Fragen. Erstens: Unterstützt das Plugin die Art von Eingabe, die Sie brauchen (Zahlenfelder für Maße, Textfelder für Gravuren, Dropdown für Material)? Zweitens: Kann das Plugin Abhängigkeiten zwischen Optionen abbilden, also „wenn Material X gewählt ist, ist Farbe Y nicht verfügbar"? Drittens: Passt die Preisberechnung zu Ihrem Geschäftsmodell, zum Beispiel Aufpreis pro Zentimeter Mehrlänge oder Aufpreis pro zusätzlichem Bauteil? Wenn COOKIE Design ein Konfigurator-Projekt für Sie umsetzt, prüfen wir genau diese drei Punkte zuerst, bevor wir uns für ein Plugin entscheiden.

Auch beim Preis gibt es große Unterschiede zwischen den Plugins. Manche Anbieter verlangen eine einmalige Lizenzgebühr, andere ein monatliches Abo, wieder andere berechnen zusätzlich nach Umsatz oder Anzahl der konfigurierten Produkte. Dazu kommt fast immer Aufwand für die individuelle Einrichtung, weil Optionsgruppen, Preislogik und Abhängigkeiten eben zu Ihrem konkreten Sortiment passen müssen. Kein Plugin funktioniert komplett ohne Einrichtung. Wer das vorher einplant, erlebt später keine Überraschung im Projektbudget.

Die Bausteine eines guten Konfigurators

Auch wenn sich Konfigurator-Plugins im Detail unterscheiden: Die meisten guten Lösungen bestehen aus denselben vier Bausteinen. Wer diese vier kennt, kann jedes Plugin im Store schneller einschätzen.

Mehrstufige Auswahl ist der erste Baustein. Die Kundin wählt nicht alles auf einmal, sondern Schritt für Schritt: zuerst Material, dann Farbe, dann Maß, dann vielleicht noch ein Zusatzmodul. Das macht die Auswahl übersichtlich, auch wenn am Ende hunderte Kombinationen möglich sind. Niemand soll auf einen Blick zwanzig Dropdown-Felder gleichzeitig sehen.

Abhängigkeitslogik ist der zweite Baustein. Manche Optionen schließen sich gegenseitig aus. Ein Beispiel: Eine bestimmte Oberfläche ist nur in zwei von fünf Farben lieferbar. Andere Optionen schalten sich erst frei, wenn vorher etwas anderes gewählt wurde. Ein Beispiel: Die Option „Gravur" erscheint erst, nachdem „Metall" als Material gewählt wurde, weil eine Gravur in Holz technisch anders funktioniert. Ohne diese Logik würden Kundinnen und Kunden Kombinationen bestellen können, die Sie gar nicht herstellen können.

Dynamische Preisberechnung ist der dritte Baustein. Jede Option kann einen eigenen Aufpreis haben, und der Gesamtpreis rechnet sich in Echtzeit zusammen, während die Auswahl läuft. Das ist wichtig für die Kaufentscheidung: Niemand will erst im Warenkorb erfahren, dass die Wunschoption 200 Euro mehr kostet.

Live-Vorschau ist der vierte Baustein, und der einzige, der optional ist. Eine Grafik oder ein Bild verändert sich, während Optionen gewählt werden, zum Beispiel die Farbe eines Möbelstücks oder die Position einer Gravur. Das erhöht das Vertrauen in die Bestellung, kostet aber auch Ladezeit und Entwicklungsaufwand. Dazu später mehr im Abschnitt zur Performance.

Nicht jedes Produkt braucht alle vier Bausteine gleich stark. Ein Textilshop mit Gravur-Option kommt oft mit einer einfachen Textabfrage und einer schlanken Vorschau aus. Ein Möbelhersteller mit zehn Materialien, fünf Oberflächen und freien Maßen braucht dagegen die volle Abhängigkeitslogik, weil sonst zu viele technisch unmögliche Kombinationen bestellbar wären. Ein Industrieprodukt mit vielen Bauteilen braucht oft gar keine grafische Vorschau, dafür aber besonders strenge Regeln, welche Bauteile überhaupt zusammenpassen. Am Anfang jedes Projekts steht deshalb die Frage, welche der vier Bausteine für Ihr konkretes Produkt wirklich wichtig sind, und welche Sie sich sparen können.

Einrichtung Schritt für Schritt

Die konkrete Einrichtung unterscheidet sich je nach Plugin im Detail, aber der grobe Ablauf ist bei den meisten Konfigurator-Plugins für Shopware 6 ähnlich. Wer die folgenden Schritte kennt, verliert sich nicht in der Admin-Oberfläche.

Der erste Schritt ist die Plugin-Auswahl und Installation, wie im vorherigen Abschnitt beschrieben. Nach der Installation folgt Schritt zwei: Sie legen Optionsgruppen an. Eine Optionsgruppe ist eine Kategorie von Auswahlmöglichkeiten, zum Beispiel „Material", „Breite in Zentimetern" oder „Gravurtext". Jede Optionsgruppe bekommt einen eigenen Eingabetyp: Dropdown für Material, Zahlenfeld für Breite, Textfeld für die Gravur.

Schritt drei ist die Preislogik. Für jede einzelne Option innerhalb einer Gruppe hinterlegen Sie, ob und wie viel Aufpreis sie kostet. Bei Zahlenfeldern wie der Breite ist oft ein Aufpreis pro Einheit sinnvoll, zum Beispiel ein fester Betrag pro zusätzlichem Zentimeter über einer Grundbreite hinaus.

Schritt vier ist die Abhängigkeitslogik. Hier legen Sie fest, welche Optionen sich ausschließen und welche Optionen erst durch andere Auswahl sichtbar werden. Dieser Schritt braucht die meiste Sorgfalt, weil Fehler hier dazu führen können, dass technisch unmögliche Kombinationen bestellbar sind.

Schritt fünf ist das Einbinden des Konfigurators in das Produkt-Template, also in die Vorlage, nach der Ihre Produktseiten aufgebaut sind. Je nach Plugin passiert das über ein Baukasten-Element im Shopping Experiences-Editor oder über eine feste Einbindung im Template.

Der letzte und wichtigste Schritt ist der Testlauf. Bevor der Konfigurator live geht, sollten Sie mit echten Beispielkombinationen durchklicken: die günstigste mögliche Kombination, die teuerste mögliche Kombination, und mindestens eine Kombination, die eigentlich durch Ihre Abhängigkeitsregeln blockiert sein sollte. Nur so merken Sie vor dem Livegang, ob eine Regel fehlt oder ein Preis falsch verrechnet wird. Ein Fehler, der erst nach der ersten echten Bestellung auffällt, ist deutlich teurer als ein Fehler, der im Testlauf auffällt.

Ein Punkt, der in der Praxis gerne vergessen wird: Testen Sie auch auf dem Smartphone, nicht nur am Bürobildschirm. Viele Konfiguratoren sind zuerst für große Bildschirme gebaut und wirken auf einem kleinen Smartphone-Display plötzlich überladen, weil zu viele Optionen gleichzeitig sichtbar sind oder die Live-Vorschau den ganzen Bildschirm einnimmt. Da ein großer Teil Ihrer Kundinnen und Kunden vermutlich über das Smartphone einkauft, sollte der Testlauf auf jeden Fall auch dort stattfinden, am besten mit einer Person, die den Konfigurator vorher noch nie gesehen hat. So finden Sie Stolpersteine, die Ihnen als Betreiber:in nach Wochen der Einrichtung gar nicht mehr auffallen.

Besonders wichtig im B2B-Geschäft

Individuelle Maßanfertigungen und Sonderausstattungen sind im B2B-Geschäft (Geschäftskund:innen statt Privatkund:innen) besonders verbreitet. Ein Maschinenbau-Zulieferer verkauft selten ein Produkt „von der Stange". Ein Möbelhersteller für Gewerbekund:innen baut fast immer nach Maß, weil jedes Büro, jede Filiale und jede Werkshalle andere Platzverhältnisse hat. Für solche Shops ist ein Produktkonfigurator nicht nur ein nettes Extra, sondern oft die Grundvoraussetzung dafür, überhaupt online zu verkaufen.

Im B2B-Kontext kommt noch eine zweite Ebene dazu: Firmenkund:innen bestellen oft nicht einzeln, sondern in Staffeln, mit eigenen Ansprechpartnern, mit individuellen Freigabeprozessen. Ein Konfigurator muss sich deshalb oft in größere B2B-Abläufe einfügen, zum Beispiel in eine Bestellfreigabe durch eine zweite Person im Unternehmen oder in individuelle Preisabsprachen. Wie ein kompletter B2B-Onlineshop in Shopware aufgebaut wird, inklusive solcher Abläufe, erklären wir ausführlich in B2B-Onlineshop mit Shopware erstellen.

Ein typisches Beispiel aus der Praxis: Ein Zulieferer für Maschinenbau-Zubehör verkauft ein Grundbauteil in über fünfzig möglichen Varianten, je nach Durchmesser, Material und Anschlussart. Ohne Konfigurator müsste die Einkaufsabteilung des Kunden für jede Kombination einzeln anfragen, und der Vertrieb müsste jede Anfrage von Hand prüfen und bepreisen. Mit einem Konfigurator wählt die Einkäuferin die passenden Optionen selbst aus, sieht sofort den Preis und kann die Anfrage direkt als Bestellung oder als Angebotsanfrage abschicken. Das spart auf beiden Seiten Zeit, und es verringert auch die Fehlerquote, weil nicht mehr jede Spezifikation händisch zwischen E-Mails hin und her übertragen werden muss.

Ein praktischer Punkt, der in diesem Zusammenhang häufig übersehen wird: Individuell konfigurierte Produkte sind in Deutschland vom gesetzlichen Widerrufsrecht ausgenommen. Grundlage ist Paragraf 312g Absatz 2 Nummer 1 BGB, der Waren betrifft, die „nach Kundenspezifikation angefertigt" wurden oder „eindeutig auf die persönlichen Bedürfnisse zugeschnitten" sind. Ein nach Maß gefertigter Schrank oder ein graviertes Schmuckstück fällt in der Regel darunter. Das kann für Sie als Shopbetreiber:in wirtschaftlich wichtig sein, weil Sie sonst ein Produkt zurücknehmen müssten, das Sie praktisch nicht mehr weiterverkaufen können. Wichtig dabei: Ob ein konkretes Produkt wirklich unter diese Ausnahme fällt, hängt vom Einzelfall ab. Dieser Hinweis ersetzt keine Rechtsberatung. Lassen Sie sich im Zweifel von einer Rechtsanwältin oder einem Rechtsanwalt bestätigen, dass Ihre Widerrufsbelehrung zu Ihren konkreten Konfigurator-Produkten passt.

Diese rechtliche Besonderheit sollte sich auch im Bestellprozess widerspiegeln, nicht nur im Kleingedruckten. Viele Shops weisen direkt vor dem Bestellabschluss noch einmal kurz und klar darauf hin, dass das konfigurierte Produkt extra für diese Bestellung gefertigt wird und ein Widerruf deshalb eingeschränkt ist. Das wirkt auf den ersten Blick wie ein Nachteil, schafft bei genauerem Hinsehen aber Vertrauen: Kundinnen und Kunden verstehen dadurch, dass ihr Produkt wirklich individuell für sie entsteht, und nicht aus einem Standardlager kommt.

SEO und Ladezeit nicht vergessen

Ein Konfigurator ist aus Sicht einer Suchmaschine erst einmal unsichtbar. Google sieht keine Dropdown-Menüs und keine Live-Vorschau, Google sieht HTML-Text. Deshalb braucht jedes konfigurierbare Produkt trotzdem eine saubere, indexierbare Basis-Produktseite: mit echtem Produkttext, einer aussagekräftigen Überschrift, Beschreibung und mindestens einem festen Produktbild. Wenn Google auf Ihrer Produktseite nur eine leere Konfigurator-Maske findet, fehlt der Suchmaschine der Inhalt, über den sie das Produkt überhaupt einordnen kann.

Die Grundregel: Der Konfigurator ist eine Zusatzfunktion auf der Seite, nicht der Ersatz für den eigentlichen Seiteninhalt. Erst kommt eine vollständige Produktseite mit Text und Bild, wie bei jedem anderen Produkt auch, dann kommt der Konfigurator als interaktiver Baustein darunter oder daneben. Wie eine Produktseite grundsätzlich aufgebaut sein sollte, damit sie sowohl bei Google als auch bei Kundinnen und Kunden gut ankommt, erklären wir in Produktseiten optimieren.

3D-Illustration eines leuchtenden Lineal-Icons neben einem Preisschild-Icon, verbunden durch eine duenne leuchtende Linie
Jede Mass-Angabe und jede Zusatzoption fliesst live in die Preisberechnung ein, noch bevor bestellt wird.

Neben SEO ist die Ladezeit (Performance) der zweite wichtige Punkt. Ein Konfigurator mit Live-Vorschau lädt oft zusätzliche Grafiken, zusätzliches JavaScript (Programmcode, der im Browser läuft) und manchmal sogar kleine 3D-Modelle. All das kann eine Produktseite spürbar langsamer machen, vor allem auf dem Smartphone. Eine langsame Produktseite kostet Sie doppelt: schlechtere Platzierung bei Google und mehr Kundinnen und Kunden, die vor dem Laden schon wieder abspringen.

Die praktische Lösung ist eine schlanke Umsetzung. Der Konfigurator sollte erst dann vollständig laden, wenn die Nutzerin oder der Nutzer tatsächlich bei ihm angekommen ist, nicht schon beim ersten Öffnen der Seite. Bilder für die Vorschau sollten in der richtigen, nicht übertrieben großen Auflösung eingebunden sein. Und wenn ein Plugin die Wahl zwischen einer einfachen und einer aufwendigen Vorschau-Variante lässt, lohnt sich die Frage, ob die aufwendige Variante den Mehraufwand an Ladezeit wirklich wert ist.

Ein weiterer Tipp aus der Praxis: Messen Sie die Ladezeit der Produktseite einmal mit Konfigurator und einmal, testweise, ganz ohne. So sehen Sie schwarz auf weiß, wie viel Zeit der Konfigurator wirklich kostet. Liegt der Unterschied im Rahmen einer halben Sekunde, ist das meist unkritisch. Liegt er bei mehreren Sekunden, lohnt sich ein genauerer Blick auf das Plugin oder auf die Bildgrößen der Vorschau, bevor der Konfigurator für alle Besucherinnen und Besucher live geschaltet wird. Gerade bei mobilen Verbindungen, die oft langsamer sind als eine Büro-Internetleitung, macht sich eine schlanke Umsetzung deutlich bemerkbar.

Fazit

Ein Produktkonfigurator lohnt sich immer dann, wenn Ihre Kundinnen und Kunden aus mehr Kombinationen wählen können, als sich sinnvoll als feste Varianten anlegen lassen. Shopware 6 liefert dafür kein eigenes Werkzeug, aber der Store bietet ausgereifte Plugins für genau diesen Zweck. Wer Optionsgruppen, Preislogik und Abhängigkeiten sauber plant, vor dem Livegang testet und dabei SEO und Ladezeit mitdenkt, bekommt einen Konfigurator, der Kundinnen und Kunden überzeugt, statt sie zu verwirren.

Am Ende steht und fällt ein gutes Konfigurator-Projekt nicht mit der Technik allein, sondern mit der Planung davor: Welche Optionen sind wirklich nötig, welche Abhängigkeiten gibt es in der echten Fertigung, und wie soll der Preis am Ende berechnet werden. Wer sich diese Fragen vor der Plugin-Auswahl stellt, statt erst danach, erspart sich später viele Anpassungen. COOKIE Design unterstützt Sie gerne bei der Auswahl des passenden Plugins und bei der kompletten Einrichtung, von der ersten Optionsgruppe bis zum fertigen Testlauf.

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Häufige Fragen zum Produktkonfigurator in Shopware

Kann ich einen Produktkonfigurator mit den Bordmitteln von Shopware 6 bauen?

Nein, nicht vollständig. Shopware 6 bringt ein starkes Eigenschaften- und Varianten-System mit, das für fest vorab angelegte Kombinationen gedacht ist. Für freie, mehrstufige Auswahl mit Abhängigkeiten und Live-Preisberechnung brauchen Sie ein zusätzliches Plugin aus dem Shopware Store.

Was ist der Unterschied zwischen einer Produktvariante und einem Produktkonfigurator?

Eine Produktvariante ist eine feste, vorher angelegte Kombination, zum Beispiel „Größe M, Farbe Blau". Ein Konfigurator erlaubt freiere Auswahl über mehrere Stufen, oft mit freien Maßangaben, Textfeldern für Gravuren und einer dynamischen Preisberechnung.

Welches Konfigurator-Plugin ist für meinen Shop das richtige?

Das hängt von Ihrem konkreten Anwendungsfall ab. Wichtig sind drei Fragen: Unterstützt das Plugin Ihre gewünschten Eingabetypen, kann es Abhängigkeiten zwischen Optionen abbilden, und passt die Preisberechnung zu Ihrem Geschäftsmodell. Wir prüfen das gerne gemeinsam mit Ihnen.

Muss ich bei individuell konfigurierten Produkten ein Widerrufsrecht einräumen?

Nach Paragraf 312g Absatz 2 Nummer 1 BGB sind Waren, die nach Kundenspezifikation angefertigt oder eindeutig auf persönliche Bedürfnisse zugeschnitten wurden, vom gesetzlichen Widerrufsrecht ausgenommen. Ob das auf Ihre konkreten Produkte zutrifft, sollten Sie im Einzelfall von einer Rechtsanwältin oder einem Rechtsanwalt bestätigen lassen.

Verlangsamt ein Konfigurator meine Produktseite?

Er kann, muss aber nicht. Vor allem eine Live-Vorschau mit vielen Grafiken oder 3D-Darstellungen kostet Ladezeit. Mit schlanker Umsetzung, etwa durch verzögertes Nachladen und passend verkleinerte Bilder, lässt sich der Effekt deutlich begrenzen.

Wird meine konfigurierbare Produktseite trotzdem von Google gefunden?

Ja, wenn Sie zusätzlich zum Konfigurator eine vollständige Basis-Produktseite mit echtem Text, Überschrift und Bild anlegen. Eine leere Konfigurator-Maske ohne Inhalt liefert Google keine Grundlage für eine gute Platzierung.

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Autor · Gründer · COOKIE Design

Marius Eilhard

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