Stellen Sie sich vor, Sie wollen im Supermarkt nur schnell eine Packung Nudeln kaufen. An der Kasse sagt der Kassierer: „Bitte füllen Sie erst ein Mitgliedsformular aus." Sie würden die Nudeln wahrscheinlich im Regal lassen. Genau so geht es vielen Menschen im Onlineshop. Wer zur Registrierung gezwungen wird, bricht den Kauf häufig ab.
Deshalb ist es wichtig, in Shopware 6 die Gastbestellung richtig einzurichten. Sie erlaubt Kund:innen, ohne Passwort und ohne Konto zu bestellen. Das senkt die Hürde und kann die Zahl der Abschlüsse erhöhen. Gleichzeitig hat die Gastbestellung Tücken, zum Beispiel doppelte Kundendaten oder verwirrende Bestätigungs-Mails.
In diesem Beitrag lesen Sie, wie der Gast-Checkout in Shopware 6 funktioniert, wie Sie ihn erlauben oder einschränken, was beim Double-Opt-in zu beachten ist und welche Fehler am häufigsten vorkommen. Sie bekommen eine Checkliste für Ihren Test und Tipps, wie Sie aus Gästen später Stammkund:innen machen.
Alles ist so erklärt, dass Sie es ohne Technikwissen verstehen. Wo es technisch wird, sagen wir es deutlich.
Was ist eine Gastbestellung in Shopware 6?
Bei einer Gastbestellung kauft jemand ein, ohne ein dauerhaftes Kundenkonto zu nutzen. Die Person gibt Name, Adresse und E-Mail an, bezahlt und erhält ihre Bestellbestätigung. Ein Passwort wird nicht vergeben.
Im Hintergrund legt Shopware trotzdem einen Datensatz an, den es als Gast kennzeichnet. So kann Ihr Team die Bestellung bearbeiten, Rechnungen erzeugen und den Versand abwickeln. Der Unterschied zum normalen Konto: Der Gast kann sich später nicht einloggen und sieht seine Bestellhistorie nicht.
Vorteile der Gastbestellung:
Schneller Kauf, weniger Klicks
Weniger Abbrüche im Checkout
Weniger Hemmung bei Erstkäufer:innen
Weniger Datenpflege für Kund:innen
Nachteile:
Kein Kundenkonto für spätere Käufe
Weniger Bindung und weniger Wiedererkennung
Doppelte Datensätze, wenn dieselbe Person mal als Gast und mal mit Konto kauft
Wie der Checkout insgesamt aufgebaut sein sollte, beschreiben wir im Beitrag Checkout-Abbrüche reduzieren.
Shopware 6 Gastbestellung einrichten: Die Grundeinstellung
Die zentrale Stellschraube finden Sie im Admin in den Shop-Einstellungen unter den Kunden- bzw. Anmeldeeinstellungen. Dort gibt es eine Option, die steuert, ob immer ein Kundenkonto angelegt werden muss. Die genaue Bezeichnung kann je nach Version leicht abweichen, deshalb prüfen Sie Ihr Menü.
So wirkt die Einstellung:
Konto-Pflicht aus: Besucher:innen können als Gast bestellen. Das ist der Standard in den meisten Shops.
Konto-Pflicht an: Wer bestellen will, muss sich registrieren. Gastbestellungen sind dann nicht mehr möglich.
Ein komplettes Verbot von Gastbestellungen ist im Standard also über die Konto-Pflicht geregelt. Für feinere Steuerung, etwa Gäste nur bei bestimmten Produkten erlauben, brauchen Sie eine Erweiterung oder eine kleine Anpassung durch Entwickler:innen.
Schritt für Schritt:
Öffnen Sie die Shop-Einstellungen.
Suchen Sie die Option zur Konto-Pflicht.
Stellen Sie sie so ein, wie Sie es möchten.
Speichern Sie und testen Sie den Checkout als neue Besucherin im privaten Fenster.
Prüfen Sie nach der Änderung auch Zahlarten wie PayPal, denn manche Zahlungsdienste verhalten sich bei Gästen anders. Mehr dazu im Beitrag Zahlungsarten in Shopware.
Gast oder Konto: Was passt zu Ihrem Shop?
Die Frage lautet nicht „Gast ja oder nein", sondern „Was braucht Ihre Kundschaft?" Hier eine einfache Entscheidungshilfe.
Gastbestellung erlauben, wenn:
Sie viele Erstkäufer:innen haben
Ihre Produkte selten nachgekauft werden, zum Beispiel Möbel oder Geschenke
Ihre Abbruchquote im Checkout hoch ist
Sie neue Zielgruppen testen wollen
Konto-Pflicht erwägen, wenn:
Sie B2B verkaufen und Preise nur für Firmenkunden gelten
Sie Abos oder digitale Produkte anbieten, bei denen ein Konto nötig ist
Sie Kundengruppen und Staffelpreise nutzen, die an ein Konto gebunden sind
Sie ein Treueprogramm pflegen
Gerade für Geschäftskunden ist ein Konto oft sinnvoll. Wie Sie Preise je Kundengruppe steuern, lesen Sie in B2B Kundengruppen und Staffelpreise. Auch der Beitrag zum B2B-Onlineshop hilft bei dieser Entscheidung.
Der goldene Mittelweg: Erlauben Sie die Gastbestellung, bieten Sie aber nach dem Kauf an, ein Konto anzulegen. Das nimmt Druck aus dem Checkout und gewinnt trotzdem Kund:innen.
Ein Beispiel: Ein Händler für Fahrradzubehör hatte viele Abbrüche bei der Registrierung. Nach Einführung des Gast-Checkouts mit Hinweis „Konto nach dem Kauf anlegen" sank die Abbruchquote spürbar. So etwas lässt sich gut testen, ohne gleich alles umzubauen.
Double-Opt-in bei Gästen: Warum der Link manchmal ins Leere führt
Ein häufiger Stolperstein: Shopware kann bei Gästen eine Bestätigungs-Mail mit einem Link verschicken (Double-Opt-in). Je nach Einstellung wird die Bestellung erst nach dem Klick gültig. In der Praxis führt dieser Link manchmal zu einem leeren Warenkorb.
Typische Ursachen:
Kund:in bestellt am Handy, klickt den Link aber am Laptop
Der Warenkorb ist nach langer Zeit abgelaufen
Ein Cache liefert eine alte Seite aus
Cookies wurden zwischenzeitlich gelöscht
Was Sie tun können:
Texte in der Mail klar und kurz halten: „Bitte auf demselben Gerät bestätigen."
Den Ablauf selbst auf mehreren Geräten testen
Die Mail-Vorlagen gut gestalten, siehe E-Mail-Vorlagen in Shopware
Prüfen, ob die Bestätigung bei Ihrem Modell wirklich nötig ist
Beachten Sie bei Newslettern strenge Regeln. Der Beitrag zum Newsletter mit Double-Opt-in erklärt, was rechtlich gilt. Bei der Bestellung selbst ist Ihr Ablauf eine Frage des Shop-Konzepts, die Sie im Zweifel mit Ihrer Rechtsberatung klären.
Doppelte Kunden und andere typische Fehler
Mit Gastbestellungen entstehen manchmal Probleme, die Sie nicht auf Anhieb erwarten.
Fehler 1: Gast und Konto mit derselben E-Mail. Bestellt jemand erst als Gast und möchte sich später mit derselben Adresse registrieren, kann das zu Konflikten führen. Die Person kommt nicht ins Konto. Abhilfe: Prüfen Sie den Gast-Datensatz im Admin und bereinigen Sie ihn, nachdem Sie die Bestellungen gesichert haben.
Fehler 2: Fehlendes Datenschutz-Häkchen. Ein eigenes Theme kann das Häkchen im Gastformular verschlucken. Der Kauf ist dann nicht möglich. Prüfen Sie das Formular nach jedem Theme-Update.
Fehler 3: Falsche AGB-Anzeige. In einzelnen Versionen sahen Gäste andere Rechtstexte als eingeloggte Kund:innen. Kontrollieren Sie beide Wege und prüfen Sie die Textbausteine.
Fehler 4: Zahlart funktioniert nur mit Konto. Manche Zahlungsarten setzen Daten voraus, die Gäste nicht liefern. Testen Sie jede Zahlart als Gast.
Fehler 5: Keine Verbindung zu Marketing. Gäste tauchen in Ihren Listen nicht auf, wenn Sie nur Konten auswerten. Planen Sie bewusst, wie Sie Gäste ansprechen dürfen.
Fehler 6: Datenbank direkt ändern. In Foren wird manchmal empfohlen, den Gast-Status in der Datenbank umzustellen. Davon raten wir ab. Das ist ein Eingriff mit Risiko, besonders bei Zahlungsanbietern. Wenn überhaupt, nur mit Sicherung und nie im laufenden Betrieb.
Bei allen Änderungen am Checkout gilt: erst im Testsystem prüfen, dann live schalten. Wie Sie Updates sicher einspielen, lesen Sie im Beitrag Shopware-Update durchführen.
Aus Gästen werden Stammkund:innen
Die Gastbestellung ist ein Türöffner, kein Endpunkt. Wer einmal bestellt hat, kann wiederkommen, wenn Sie es klug anstellen.
Konto nach dem Kauf anbieten. Auf der Bestellbestätigung können Sie fragen: „Möchten Sie ein Konto anlegen, damit der nächste Einkauf schneller geht?" Das fühlt sich freiwillig an und wird oft angenommen.
Vorteile klar nennen. Statt „Registrieren" lieber „Bestellungen verfolgen, Rechnungen laden, Wunschliste speichern". Menschen lieben konkrete Gründe.
Gute Mails verschicken. Bestellbestätigung, Versandmail und eine freundliche Nachfrage nach einigen Tagen machen einen professionellen Eindruck. Wie Sie solche Mails aufbauen, steht im Beitrag zur Willkommens-E-Mail-Serie.
Treue belohnen. Ein kleiner Rabatt auf die zweite Bestellung wirkt oft stark. Mehr Ideen finden Sie in Kundenbindung im Onlineshop und im Treueprogramm für Shopware.
Bonus: Checkliste für Ihren Gast-Checkout.
Konto-Pflicht passend eingestellt
Gast-Checkout auf Handy und Desktop getestet
Alle Zahlarten als Gast ausprobiert
Datenschutz-Häkchen und AGB sichtbar
Bestätigungs-Mail verständlich
Hinweis auf Konto nach dem Kauf eingebaut
Datenschutzerklärung aktuell
Bonus: Daten sparsam erheben. Fragen Sie im Gastformular nur das Nötige ab. Jedes zusätzliche Feld senkt die Abschlussquote. Telefonnummer und Geburtsdatum sind selten nötig. Je kürzer das Formular, desto eher wird es ausgefüllt.
Bonus: Zahlen im Blick. Vergleichen Sie vor und nach Änderungen die Abschlussquote im Checkout. So sehen Sie, ob die Anpassung wirklich hilft. Lesen Sie dazu auch unseren Leitfaden zur Conversion-Rate im Onlineshop.
Bonus: Erst messen, dann ändern. Bevor Sie die Einstellung umstellen, notieren Sie die aktuelle Zahl der Checkout-Starts und der abgeschlossenen Bestellungen. Nach zwei bis vier Wochen vergleichen Sie wieder. So treffen Sie die Entscheidung auf Basis echter Zahlen und nicht nach Bauchgefühl.
Bonus: Support vorbereiten. Gäste melden sich häufiger beim Kundendienst, weil sie kein Konto zum Nachschauen haben. Legen Sie eine kurze Antwortvorlage bereit, die erklärt, wo Bestellbestätigung und Rechnung zu finden sind. Das spart Ihrem Team viel Zeit.
Bonus: Ein Beispiel aus dem Alltag. Stellen Sie sich eine Kundin vor, die ein Geburtstagsgeschenk sucht. Sie findet in Ihrem Shop das perfekte Produkt, will es aber nur einmal kaufen. Muss sie ein Konto anlegen, ein Passwort ausdenken und eine Bestätigungs-Mail abwarten, ist der Geburtstag vielleicht schon vorbei. Mit Gast-Checkout ist sie in zwei Minuten fertig. Genau diese Menschen verlieren viele Shops durch zu viele Pflichtschritte.
Bonus: Pflichtfelder prüfen. Gehen Sie das Gastformular Feld für Feld durch. Was brauchen Sie wirklich für Rechnung und Versand? Name, Adresse und E-Mail genügen fast immer. Alles andere sollte freiwillig sein oder ganz entfallen. Prüfen Sie auch die Fehlermeldungen. Eine Meldung wie „Ungültige Eingabe" hilft niemandem. Besser: „Bitte geben Sie die Postleitzahl mit fünf Ziffern ein." Klare Hinweise senken Abbrüche spürbar.
Bonus: Kaufabschluss und Vertrauen. Menschen, die als Gast bestellen, kennen Ihren Shop meist noch nicht. Zeigen Sie deshalb auf der Kassenseite Vertrauenszeichen: sichere Zahlung, klare Lieferzeit, einfache Rückgabe. Gütesiegel und Bewertungen helfen dabei. Mehr dazu lesen Sie im Beitrag zu Gütesiegeln im Onlineshop. Auch eine kurze Zeile „Bestellung ohne Konto möglich" direkt am Anmeldeformular nimmt vielen Besucher:innen die Sorge.
Bonus: Retouren und Rückfragen. Gäste können Bestellungen nicht im Konto einsehen. Planen Sie deshalb einen klaren Weg für Rückfragen und Rücksendungen ein, zum Beispiel einen Link in der Bestell-Mail. Wie Sie Rücksendungen sauber organisieren, lesen Sie im Beitrag Retouren verwalten.
Bonus: Schritt für Schritt zum guten Start. Gehen Sie in dieser Reihenfolge vor: Zuerst prüfen Sie Ihre aktuelle Einstellung und notieren die Zahlen. Dann entscheiden Sie, ob Gäste erlaubt sein sollen. Danach testen Sie den kompletten Weg von der Produktseite bis zur Bestätigungs-Mail, und zwar mit jeder Zahlart. Zum Schluss ergänzen Sie den Hinweis auf ein Konto nach dem Kauf und beobachten die Zahlen. Wer in dieser Reihenfolge arbeitet, findet Fehler früh und kann Erfolge sauber nachweisen.
Bonus: Wann Sie professionelle Hilfe holen sollten. Läuft der Checkout im Standard, reichen die Einstellungen im Admin. Brauchen Sie dagegen eigene Regeln, etwa Gäste nur bei bestimmten Produkten oder Ländern, oder zeigt Ihr Theme das Formular fehlerhaft, ist ein Eingriff im Code nötig. Das gehört in das Theme oder ein eigenes Plugin und nicht in den Shopware-Kern, damit Updates später nichts zerstören. Wir übernehmen das gern und testen den Checkout danach gründlich auf allen Geräten.
Wer in Shopware 6 die Gastbestellung einrichtet, senkt die Hürde im Checkout und kann mehr Bestellungen gewinnen. Die Grundeinstellung ist schnell erledigt, die Feinheiten stecken in Double-Opt-in, Zahlarten, Texten und der Datenpflege. Entscheiden Sie nach Ihrer Zielgruppe und testen Sie jeden Weg gründlich. Mit einem klugen Angebot für ein Konto nach dem Kauf machen Sie aus Gästen Stammkund:innen. Wenn Sie Hilfe beim Checkout wünschen, setzen wir die Gastbestellung in Ihrem Shop um und prüfen alle Abläufe.
Weniger Abbrüche im Checkout
Gast-Checkout in Shopware 6 sauber einrichten und testen lassen
Wir prüfen Ihre Einstellungen, Zahlarten und Mails und sorgen dafür, dass Bestellungen ohne Umwege ankommen.
Jetzt Beratungsgespräch sichernHäufige Fragen zur Gastbestellung in Shopware 6
Wie erlaube ich in Shopware 6 Gastbestellungen? +
Indem die Option zur Konto-Pflicht in den Shop-Einstellungen ausgeschaltet bleibt. Dann können Besucher:innen ohne Registrierung bestellen.
Wie verbiete ich Gastbestellungen? +
Schalten Sie die Konto-Pflicht ein. Für feinere Regeln, etwa nur bei bestimmten Produkten, brauchen Sie eine Erweiterung oder eine Anpassung.
Warum führt der Bestätigungslink bei Gästen zu einem leeren Warenkorb? +
Häufig wurde auf einem anderen Gerät geklickt, der Warenkorb ist abgelaufen oder Cookies fehlen. Ein klarer Hinweis in der Mail und Tests auf mehreren Geräten helfen.
Können Gäste später ein Konto mit derselben E-Mail anlegen? +
Das kann zu Konflikten führen. Prüfen Sie den Gast-Datensatz im Admin und bereinigen Sie ihn vorsichtig, nachdem Sie Bestellungen gesichert haben.
Ist die Gastbestellung auch für B2B sinnvoll? +
Meist nicht. Im B2B brauchen Sie oft Kundengruppen, Preise und Freigaben, die an ein Konto gebunden sind.
Muss ich Gäste in der Datenschutzerklärung erwähnen? +
Ja, die Verarbeitung der Bestelldaten gehört in Ihre Datenschutzerklärung. Lassen Sie sie von einer fachkundigen Stelle prüfen.
Mehr Bestellungen, weniger Hürden
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