Shopware 6 dynamische Produktgruppen erstellen: Anleitung mit Beispielen und Fehlerlösungen

Produkte automatisch sortieren statt von Hand pflegen: So erstellen Sie in Shopware 6 dynamische Produktgruppen für Kategorien, Slider und Cross-Selling.

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Produkte automatisch sortieren statt von Hand pflegen: So erstellen Sie in Shopware 6 dynamische Produktgruppen für Kategorien, Slider und Cross-Selling.

Stellen Sie sich einen Kleiderschrank vor, der sich von selbst sortiert. Alle roten Pullover landen auf einem Stapel, alle Hosen unter 50 Euro auf einem anderen, und neue Teile wandern automatisch in den passenden Stapel. Genau das leisten dynamische Produktgruppen in Shopware 6. Sie legen einmal Regeln fest, und der Shop füllt die Gruppen von selbst.

Wer in Shopware 6 dynamische Produktgruppen erstellen will, spart sich viel Handarbeit. Sie müssen nicht jedes neue Produkt einzeln in Kategorien, Slider und Aktionsseiten einsortieren. Das ist besonders praktisch bei großen Sortimenten und bei Aktionen wie „Alle Produkte im Sale" oder „Neuheiten der letzten 30 Tage".

In diesem Beitrag erfahren Sie, was dynamische Produktgruppen sind, wie Sie sie Schritt für Schritt anlegen, wo Sie sie einsetzen, welche Beispiele sich bewährt haben und welche Fehler häufig vorkommen. Alles in einfachen Worten, mit Alltagsvergleichen.

Am Ende kennen Sie das Werkzeug und wissen, wie Sie damit Ihre Kategorien, Ihre Startseite und Ihre Aktionen deutlich schlanker pflegen.

Was sind dynamische Produktgruppen in Shopware 6?

Eine Produktgruppe fasst mehrere Produkte zusammen. In Shopware 6 gibt es zwei Arten:

  • Manuelle Gruppen: Sie wählen die Produkte selbst aus. Das ist wie eine handgeschriebene Einkaufsliste.

  • Dynamische Gruppen: Sie legen Bedingungen fest, und Shopware füllt die Gruppe automatisch. Das ist wie ein Filter, der immer aktuell bleibt.

Eine Bedingung kann zum Beispiel lauten: „Hersteller ist X", „Preis ist kleiner als 50 Euro", „Lagerbestand ist größer als 0" oder „Produkt hat das Merkmal Bio". Sie können mehrere Bedingungen verbinden, etwa mit „und" bzw. „oder".

Der große Vorteil: Kommt ein neues Produkt hinzu, das die Bedingungen erfüllt, taucht es von selbst in der Gruppe auf. Läuft ein Produkt aus, verschwindet es wieder. Sie müssen nichts anfassen.

Gerade bei Shops mit vielen Artikeln ist das eine echte Entlastung. Und es hilft Ihrem Marketing, denn Sie können Aktionen schnell aufbauen, ohne Listen zu pflegen.

Wie Ihre Kategorien grundsätzlich aufgebaut sein sollten, lesen Sie im Beitrag Kategorien und SEO-Struktur.

Shopware 6 dynamische Produktgruppen erstellen: Schritt für Schritt

Die Gruppen finden Sie im Admin im Katalog-Bereich. Die Bezeichnung lautet „Dynamische Produktgruppen" (englisch „Dynamic product groups"). Die Menüs können je nach Version leicht abweichen.

Schritt 1: Neue Gruppe anlegen. Klicken Sie auf „Produktgruppe hinzufügen" und geben Sie einen klaren Namen. Ein guter Name beschreibt den Inhalt, zum Beispiel „Sale unter 30 Euro".

Schritt 2: Bedingungen festlegen. Wählen Sie die Felder aus, nach denen gefiltert werden soll, etwa Preis, Hersteller, Eigenschaft, Kategorie oder Lagerbestand. Verknüpfen Sie sie mit „und" oder „oder".

Schritt 3: Vorschau ansehen. Shopware zeigt Ihnen an, welche Produkte aktuell passen. Prüfen Sie, ob die Treffer sinnvoll sind. Sind es viel zu viele oder zu wenige, schärfen Sie die Bedingungen nach.

Schritt 4: Speichern. Danach ist die Gruppe nutzbar.

Schritt 5: Gruppe einsetzen. Verknüpfen Sie sie mit einer Kategorie, einem Slider oder einem Cross-Selling. Dazu gleich mehr.

Ein Tipp aus der Praxis: Beginnen Sie mit einer kleinen, klaren Gruppe. Je komplizierter die Bedingungen, desto schwerer ist es später, Fehler zu finden. Dokumentieren Sie kurz, wofür jede Gruppe gedacht ist.

3D-Illustration eines Trichters, aus dem sortierte Produktwürfel in leuchtende Körbe fallen
Einmal Regeln festlegen, und der Shop sortiert neue Produkte von selbst ein.

Wo Sie dynamische Produktgruppen einsetzen können

Eine Gruppe allein sieht noch niemand. Erst wenn Sie sie einbinden, wird sie im Shop sichtbar. Hier die wichtigsten Einsatzorte.

In Kategorien. Statt Produkte einzeln zuzuordnen, wählen Sie bei der Kategorie die Zuordnung per dynamischer Produktgruppe. So füllt sich eine Kategorie wie „Neuheiten" oder „Sale" von selbst.

In Erlebniswelten (Shopping Experiences). Mit einem Produkt-Slider oder einer Produktbox auf der Startseite oder Landingpage zeigen Sie eine Gruppe prominent. Mehr zum Aufbau der Seiten lesen Sie im Beitrag Startseite optimieren.

Im Cross-Selling. Auf der Produktseite können Sie „Dazu passend" oder „Andere kauften auch" über eine Gruppe steuern. Das funktioniert gut, wenn Sie klare Regeln haben. Mehr dazu im Beitrag zu Cross-Selling.

Für Aktionen. Eine Gruppe „Alle Produkte mit Rabatt" bildet die Grundlage für Black Friday oder Sommeraktionen. Lesen Sie dazu auch Black Friday vorbereiten und Gutscheine und Rabattaktionen.

Für Preisregeln und mehr. Gruppen lassen sich an weiteren Stellen als Filter nutzen, je nach Version und Erweiterungen. Prüfen Sie, was Ihr Shop unterstützt.

Beispiele: Diese Gruppen lohnen sich fast immer

Damit Sie nicht bei null anfangen, hier bewährte Ideen. Prüfen Sie jeweils, welche Felder Ihr Sortiment hergibt.

Neuheiten: Produkte, die in den letzten 30 Tagen angelegt wurden. So bleibt die Startseite frisch, ohne dass jemand daran denkt.

Sale: Produkte, bei denen ein Streichpreis hinterlegt ist. Die Kategorie „Angebote" pflegt sich dann selbst.

Bestseller-Kandidaten: Produkte mit guter Bewertung oder hoher Verfügbarkeit. Passend dazu lesen Sie Produktbewertungen.

Nur lieferbar: Produkte mit Lagerbestand größer null. Praktisch für Slider, die nie ausverkaufte Ware zeigen. Mehr zur Bestandsführung steht im Beitrag Lagerverwaltung einrichten.

Nach Hersteller oder Marke: Eine Gruppe pro Marke für Landingpages.

Preisklassen: „Unter 25 Euro", „25 bis 100 Euro", „Über 100 Euro". Gut für Geschenkeseiten.

Geschenkideen nach Eigenschaft: Zum Beispiel alle Produkte mit der Eigenschaft „vegan".

Ein kleines Beispiel: Eine Händlerin für Naturkosmetik legt die Gruppe „Neu und lieferbar" an. Sie wird auf der Startseite als Slider gezeigt. Neue Produkte erscheinen sofort, ausverkaufte verschwinden. Die Händlerin muss den Slider nie wieder anfassen.

Typische Fehler bei dynamischen Produktgruppen

Auch ein praktisches Werkzeug hat seine Tücken. Das sind die häufigsten Stolpersteine.

Die Gruppe ist leer. Meist sind die Bedingungen zu streng oder widersprüchlich. Prüfen Sie jede Bedingung einzeln, indem Sie die anderen kurz entfernen.

Die Gruppe zeigt zu viel. Ein „oder" statt „und" verändert das Ergebnis stark. Lesen Sie die Verknüpfungen genau.

Slider bleibt leer nach einem Update. In der Vergangenheit gab es Berichte, dass Gruppen nach einem Shopware-Update in Slidern nicht mehr angezeigt wurden, obwohl die Regeln stimmten. Prüfen Sie nach jedem Shopware-Update Ihre wichtigsten Gruppen und spielen Sie bei Bedarf Fehlerkorrekturen der Version ein.

Änderungen erscheinen verzögert. Shopware aktualisiert Gruppen im Hintergrund. Sind Hintergrundaufgaben nicht eingerichtet oder hängen, bleibt die Gruppe veraltet. Bitten Sie Ihre Technik, die Aufgabenwarteschlange und den Cache zu prüfen. Auch die Tipps zu Performance sind hier hilfreich.

Zu komplexe Regeln bremsen. Sehr viele Bedingungen auf großen Sortimenten können die Berechnung verlangsamen. Halten Sie die Regeln schlank.

Eigenschaften nicht gepflegt. Dynamische Gruppen sind nur so gut wie Ihre Produktdaten. Fehlen Eigenschaften oder sind sie uneinheitlich geschrieben, greift die Regel nicht. Pflegen Sie Ihre Daten sauber, siehe auch Produkte per CSV importieren.

3D-Illustration von Schiebereglern, die farbige Produktwürfel in zwei Gruppen aufteilen
Schlanke, klare Bedingungen halten Ihre Gruppen verständlich und schnell.

Dynamische Produktgruppen und SEO

Gruppen sind nicht nur Komfort, sie helfen auch beim Auffinden. Eine Kategorie, die über eine Gruppe gefüllt wird, ist eine normale Kategorie mit eigener Adresse. Das heißt: Sie können sie wie jede andere für Suchmaschinen aufbereiten.

Gute Namen vergeben. „Sale" ist kurz, „Sneaker im Angebot" ist besser, weil es zeigt, wonach Menschen suchen.

Texte ergänzen. Schreiben Sie oben in die Kategorie einen kurzen, hilfreichen Text. Nur eine Liste von Produkten reicht oft nicht.

Titel und Beschreibung pflegen. Im SEO-Reiter der Kategorie tragen Sie Seitentitel und Beschreibung ein. Mehr dazu im Beitrag Shopware SEO.

Dauerhafte Seiten schaffen. Eine Seite wie „Neuheiten" sollte dauerhaft erreichbar bleiben, auch wenn sich der Inhalt ändert. Das stärkt die Seite über die Zeit.

Leere Kategorien vermeiden. Wird eine Gruppe vorübergehend leer, sieht die Seite verlassen aus. Bauen Sie einen Hinweis oder eine Alternative ein, zum Beispiel Links zu verwandten Kategorien.

Bonus: Checkliste für neue Gruppen.

  • Klarer Name vergeben

  • Bedingungen einzeln geprüft

  • Vorschau kontrolliert

  • Gruppe mit Kategorie, Slider oder Cross-Selling verbunden

  • Im Shop getestet, auch am Handy

  • Nach Updates erneut geprüft

  • Zweck kurz dokumentiert

Bonus: Pflege im Team. Legen Sie fest, wer Gruppen anlegen und ändern darf. Sonst entstehen schnell Dutzende ähnliche Gruppen, und niemand weiß mehr, welche genutzt wird. Eine einfache Tabelle mit Name, Zweck und Einsatzort genügt. Prüfen Sie einmal im Quartal, ob alle Gruppen noch gebraucht werden.

Bonus: Wann Hilfe sinnvoll ist. Für einfache Gruppen reicht der Admin. Wird es komplex, etwa bei vielen Verkaufskanälen, besonderen Preisregeln oder sehr großen Sortimenten, lohnt sich Unterstützung. Wir planen die Struktur, legen die Gruppen an und prüfen die Wirkung im Shop.

Bonus: Reihenfolge der Produkte. Eine Gruppe bestimmt, welche Produkte angezeigt werden, nicht automatisch ihre Reihenfolge. In Kategorien legen Sie die Sortierung gesondert fest. Zeigen Sie zuerst, was am besten läuft, etwa gut bewertete oder gut lieferbare Artikel. In Slidern können Sie die Sortierung ebenfalls einstellen. Prüfen Sie am Ende im Shop, ob die ersten sichtbaren Produkte wirklich Ihre besten sind, denn nur diese sehen viele Besucher:innen.

Bonus: Testen mit echten Daten. Legen Sie vor dem Livegang zwei, drei Testprodukte an, die genau auf eine Gruppe passen, und eines, das knapp danebenliegt. So sehen Sie sofort, ob die Regel wie gewünscht greift. Löschen Sie die Testprodukte danach wieder oder deaktivieren Sie sie.

Bonus: Ein Praxisbeispiel von Anfang bis Ende. Ein Händler für Haushaltswaren hat 4.000 Produkte. Er möchte eine Seite „Küchenhelfer unter 20 Euro". Früher hätte er die passenden Produkte einzeln herausgesucht, mehrere Stunden lang. Mit einer dynamischen Gruppe legt er zwei Bedingungen an: Kategorie ist Küche, Preis ist kleiner als 20 Euro. Er prüft die Vorschau, verbindet die Gruppe mit einer neuen Kategorie und fügt einen kurzen Text hinzu. Nach etwa einer halben Stunde ist die Seite fertig. Jedes neue passende Produkt landet künftig von selbst dort.

Bonus: Grenzen kennen. Dynamische Gruppen sind kein Zauberstab. Sie können nur nach Daten filtern, die in den Produkten stehen. Fehlt eine Information, kann keine Regel greifen. Auch subjektive Kriterien wie „besonders schön" lassen sich nicht abbilden. Für solche Fälle bleibt die manuelle Gruppe sinnvoll. Oft ist eine Mischung am besten: Die Grundmenge kommt aus Regeln, die Highlights wählen Sie von Hand.

Bonus: Zusammenspiel mit Preisen und Aktionen. Ändern Sie Preise oder starten Sie Aktionen, verändern sich die Treffer Ihrer Gruppen. Das ist gewollt, sollte aber geplant sein. Eine Gruppe „Preis unter 30 Euro" bekommt nach einer Rabattaktion plötzlich viele neue Produkte. Behalten Sie solche Wechselwirkungen im Blick, besonders vor großen Aktionen. Wie Sie mit Staffelpreisen und Kundengruppen arbeiten, lesen Sie im Beitrag B2B Kundengruppen und Staffelpreise.

Bonus: Reporting. Beobachten Sie, wie sich Seiten mit Gruppen entwickeln. Welche Kategorien bringen Besucher:innen, welche Slider werden geklickt, wo springen Menschen ab? Mit diesen Zahlen verbessern Sie Ihre Regeln gezielt. Gute Starthilfe bietet der Beitrag zur Conversion-Rate im Onlineshop.

Bonus: Schritt für Schritt zum guten Start. Beginnen Sie mit zwei, drei Gruppen, die sofort Nutzen bringen, zum Beispiel Neuheiten, Sale und lieferbare Ware. Binden Sie diese in Startseite und Kategorien ein und beobachten Sie zwei Wochen lang, wie sich Klicks und Verkäufe entwickeln. Erst danach bauen Sie weitere Gruppen. So behalten Sie den Überblick und lernen, welche Regeln in Ihrem Sortiment wirklich Wirkung zeigen.

Bonus: Namen und Ordnung. Vergeben Sie Namen nach einem festen Muster, etwa „Slider: Neuheiten" oder „Kategorie: Sale". Dann erkennt jede Kollegin sofort, wofür eine Gruppe da ist. Löschen Sie Gruppen, die niemand mehr nutzt, denn jede zusätzliche Gruppe kostet Rechenzeit und Aufmerksamkeit. Ein aufgeräumtes System spart auf Dauer viel Zeit und Nerven.

Wer in Shopware 6 dynamische Produktgruppen erstellt, lässt den Shop für sich arbeiten. Regeln einmal sauber festlegen, Gruppen in Kategorien, Slidern und Cross-Selling einsetzen und nach Updates kurz prüfen: So bleibt Ihr Sortiment aktuell, ohne dass jemand Listen pflegt. Wichtig sind gepflegte Produktdaten und klare, schlanke Bedingungen. Wenn Sie Unterstützung bei Struktur oder Umsetzung wünschen, helfen wir Ihnen gern weiter.

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Häufige Fragen zu dynamischen Produktgruppen in Shopware 6

Was ist der Unterschied zwischen manueller und dynamischer Produktgruppe?

Bei der manuellen Gruppe wählen Sie Produkte selbst aus. Bei der dynamischen Gruppe legen Sie Bedingungen fest, und Shopware füllt die Gruppe automatisch.

Wo finde ich die dynamischen Produktgruppen im Admin?

Im Katalog-Bereich unter Dynamische Produktgruppen. Die Bezeichnung kann je nach Shopware-Version leicht abweichen.

Wo kann ich eine dynamische Produktgruppe einsetzen?

In Kategorien, in Produkt-Slidern der Erlebniswelten, im Cross-Selling und für Aktionen. Je nach Version und Erweiterungen kommen weitere Orte hinzu.

Warum ist meine Gruppe leer?

Meist sind die Bedingungen zu streng oder widersprüchlich, oder Produktdaten fehlen. Prüfen Sie jede Bedingung einzeln und kontrollieren Sie Ihre Eigenschaften.

Warum erscheinen Änderungen erst verzögert?

Shopware aktualisiert Gruppen im Hintergrund. Hängt die Aufgabenwarteschlange oder ist der Cache veraltet, bleibt die Anzeige alt.

Helfen dynamische Produktgruppen bei SEO?

Indirekt ja. Kategorien, die über Gruppen gefüllt werden, sind normale Seiten, die Sie mit Titel, Beschreibung und Text für Suchmaschinen aufbereiten können.

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Kai
Autor · Strategie & Beratung · COOKIE Design

Kai Klassen

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