Stellen Sie sich vor, Sie haben 800 Produkte in einer Excel-Tabelle. Jetzt sollen sie in Ihren neuen Shopware-Shop. Wenn Sie jedes Produkt einzeln anlegen, sitzen Sie Tage vor dem Bildschirm, tippen Preise ab und klicken sich durch Menüs. Dabei schleichen sich Fehler ein, und Ihre Laune sinkt mit jedem Produkt.
Es geht schneller. Mit dem eingebauten Import in Shopware 6 laden Sie Produkte als CSV-Datei hoch, und Shopware legt sie für Sie an. Wer Shopware 6 Produkte importieren will, braucht dafür kein Entwickler-Wissen. Man muss nur ein paar Regeln kennen, vor allem rund um Excel, Umlaute und die richtige Vorbereitung der Datei.
In diesem Artikel erklären wir den Import Schritt für Schritt. Sie erfahren, wo Sie den Import finden, wie Sie eine funktionierende Vorlage bekommen, welche Fehler am häufigsten passieren und wie Sie Varianten und Bilder behandeln. Außerdem zeigen wir, wann ein Plugin oder eine Schnittstelle die bessere Wahl ist.
Die gute Nachricht vorweg: Mit einer kleinen Testdatei und etwas Geduld klappt der erste Import in etwa einer Stunde. Danach wird es Routine.
Was ist eine CSV-Datei, und warum nimmt Shopware sie?
CSV steht für „Comma Separated Values", auf Deutsch etwa „durch Kommas getrennte Werte". Eine CSV-Datei ist eine ganz einfache Textdatei, in der jede Zeile ein Produkt ist und jedes Feld durch ein Trennzeichen abgetrennt wird. Stellen Sie sich eine Tabelle vor, aber ohne Farben, Rahmen und Formeln. Nur Daten.
Genau deshalb mögen Shop-Systeme das Format. Jedes Programm kann es lesen und schreiben, ob Excel, LibreOffice oder Ihr Warenwirtschaftssystem. Shopware nutzt für den Import in Deutschland meist das Semikolon als Trenner und die Zeichenkodierung UTF-8. UTF-8 sorgt dafür, dass Umlaute wie ä, ö, ü und das ß richtig ankommen.
Den Import finden Sie im Admin unter Einstellungen > Shop > Import/Export. Dort gibt es zwei Bereiche: Importieren und Exportieren. Beides arbeitet mit sogenannten Profilen. Ein Profil sagt Shopware, welche Spalte in welches Feld gehört, zum Beispiel „Spalte A ist die Produktnummer, Spalte B der Name".
Für den Anfang reicht das Standardprofil für Produkte. Es deckt die wichtigsten Felder ab: Produktnummer, Name, Beschreibung, Preis, Steuersatz, Bestand, Hersteller und Kategorien.
Shopware 6 Produkte importieren: die Vorlage per Export holen
Der beste Trick für Einsteiger lautet: Erst exportieren, dann importieren. Legen Sie ein einziges Produkt von Hand an, so wie Sie es später haben wollen. Exportieren Sie dieses Produkt anschließend mit dem Standardprofil. Sie bekommen eine CSV-Datei, die genau zeigt, welche Spalten Shopware erwartet und wie die Werte aussehen.
Diese Datei ist Ihre Vorlage. Sie sehen sofort, wie Preise geschrieben werden, wie Kategorien getrennt sind und wie Bilder verlinkt werden. Statt zu raten, kopieren Sie dieses Muster einfach für Ihre anderen Produkte.
So gehen Sie vor:
Produkt von Hand anlegen, komplett mit Bild, Kategorie und Preis.
Im Bereich Import/Export das Produkt-Profil wählen und exportieren.
Die Datei in einem Texteditor oder in LibreOffice öffnen.
Die Spaltenköpfe nie umbenennen. Shopware erkennt Felder über diese Namen.
Ihre weiteren Produkte in neuen Zeilen eintragen.
Ein Tipp aus der Praxis: Behalten Sie die Reihenfolge der Spalten bei, auch wenn Sie manche nicht brauchen. Leere Felder sind kein Problem. Gelöschte Spalten dagegen können später Verwirrung stiften.
Wenn Sie Ihren Shop noch aufbauen, hilft ein Blick in unseren Beitrag Shopware-Shop erstellen lassen, denn dort steht, wie Datenimport und Shop-Aufbau zusammenspielen.
Die größten Excel-Fallen beim CSV-Import
Die meisten Importfehler entstehen nicht in Shopware, sondern in Excel. Excel ist ein tolles Programm, aber es „hilft" manchmal zu viel. Hier sind die häufigsten Fallen:
Falsche Kodierung: Excel speichert CSV oft nicht als UTF-8. Dann werden aus „Käse" plötzlich „Käse". Wählen Sie beim Speichern ausdrücklich CSV UTF-8 (durch Trennzeichen getrennt).
Komma statt Punkt: In Deutschland schreiben wir 19,90. Im Import erwartet Shopware je nach Profil den Punkt, also 19.90. Prüfen Sie das in Ihrer Vorlage.
Führende Nullen verschwinden: Die Produktnummer 00123 wird in Excel zu 123. Formatieren Sie die Spalte vorher als Text.
Wissenschaftliche Schreibweise: Lange Nummern wie EAN-Codes wandelt Excel in 4,00E+12 um. Auch hier hilft das Textformat.
Anführungszeichen im Text: Ein Zoll-Zeichen in der Beschreibung kann die Spalten durcheinanderbringen. Vermeiden Sie das oder setzen Sie den Text in Anführungszeichen.
Zeilenumbrüche in Beschreibungen: Sie können die Datei zerlegen. Nutzen Sie lieber HTML-Tags für Absätze.
Ein einfacher Test deckt viele dieser Fehler auf: Öffnen Sie die fertige CSV-Datei einmal mit einem reinen Texteditor. Wenn dort Umlaute, Preise und Nummern richtig aussehen, stehen die Chancen gut.
Schritt für Schritt: Der erste Testimport
Jetzt wird es ernst, aber nur ein kleines bisschen. Wir starten bewusst mit einem Testimport.
Schritt 1: Testdatei bauen. Nehmen Sie Ihre Vorlage und tragen Sie zwei bis drei neue Produkte ein. Nicht mehr.
Schritt 2: Datei hochladen. Gehen Sie zu Import/Export, wählen Sie das Produkt-Profil und laden Sie die CSV-Datei hoch.
Schritt 3: Import starten. Shopware verarbeitet die Datei im Hintergrund. Bei kleinen Dateien dauert das Sekunden.
Schritt 4: Ergebnis prüfen. Öffnen Sie die Produkte im Admin. Stimmen Name, Preis, Steuer, Bestand und Kategorie? Schauen Sie auch im Shop selbst nach, ob alles richtig angezeigt wird.
Schritt 5: Fehlerprotokoll lesen. Wenn etwas nicht klappt, zeigt Shopware ein Protokoll mit Hinweisen, welche Zeile Probleme macht. Das ist Ihr Freund. Beheben Sie die Fehler in der CSV und laden Sie noch einmal hoch.
Schritt 6: Hochskalieren. Erst wenn der Test sauber läuft, laden Sie die große Datei hoch. Teilen Sie sehr große Dateien in Pakete mit etwa 500 bis 1000 Zeilen auf, damit nichts abbricht.
Wichtig: Erzeugen Sie vor dem großen Import ein Backup Ihres Shops. Falls etwas schiefgeht, können Sie zurück. Mehr zum Thema Sicherheit lesen Sie in Shopware-Shop absichern.
Varianten, Bilder und Kategorien richtig importieren
Einfache Produkte sind leicht. Interessant wird es bei Varianten, Bildern und Kategorien.
Varianten. Ein T-Shirt in drei Farben und vier Größen sind zwölf Varianten. Im Import verknüpfen Sie diese über die Spalte für das Hauptprodukt. Jede Variante bekommt eine eigene Produktnummer. Wie Varianten im Admin aufgebaut sind, erklären wir in Produktvarianten in Shopware anlegen. Wenn Sie die Logik dort verstanden haben, fällt der Import viel leichter.
Bilder. Shopware kann Bilder aus einer URL laden. In der CSV tragen Sie dafür die Bildadresse ein. Die Bilder müssen öffentlich erreichbar sein, und die Dateinamen sollten keine Leerzeichen oder Sonderzeichen enthalten. Gute Bilder sind wichtig für den Verkauf, mehr dazu steht in Produktbilder im Onlineshop optimieren.
Kategorien. Hier gibt es zwei Wege: Sie tragen die Kategorie-ID ein oder den Namen samt Pfad. Eine Vorlage per Export zeigt Ihnen, was Ihr Profil erwartet. Planen Sie die Kategoriestruktur vor dem Import, denn eine saubere Struktur hilft später auch beim Ranking. Dazu passt Kategorien und SEO-Struktur in Shopware.
Preise und Steuern. Der Steuersatz muss in Shopware existieren, bevor Sie importieren. Prüfen Sie das vorher, wie in Shopware 6 Steuern einrichten beschrieben.
Bestand. Der Import überschreibt vorhandene Werte. Wenn Sie nur den Bestand aktualisieren wollen, nutzen Sie eine Datei mit nur den nötigen Spalten, nämlich Produktnummer und Bestand.
Ein Praxisbeispiel. Ein Händler für Gartenzubehör wollte 1.200 Produkte aus seinem alten Shop übernehmen. Der erste Versuch scheiterte, weil Excel die EAN-Nummern in Zahlen mit Exponent umgewandelt hatte und alle Umlaute kaputt waren. Nach einem sauberen Neustart ging es so: Vorlage per Export holen, Spalten als Text formatieren, Datei als UTF-8 speichern, zehn Produkte testen, dann in Paketen zu je 400 Zeilen hochladen. Der gesamte Import dauerte danach unter einer Stunde, und die Fehlerquote lag bei null.
Eine einfache Prüfliste vor dem großen Import:
Backup des Shops erstellt
Steuersätze, Hersteller und Kategorien existieren bereits
Datei als UTF-8 mit Semikolon gespeichert
Produktnummern und EAN-Codes als Text formatiert
Testimport mit drei Produkten erfolgreich
Fehlerprotokoll gelesen und Fehler behoben
Große Datei in Pakete aufgeteilt
Aktualisieren statt neu anlegen. Der Import erkennt vorhandene Produkte an der Produktnummer oder einer ID. Wenn Sie eine Datei mit bekannten Nummern hochladen, werden die Produkte aktualisiert und nicht doppelt angelegt. Das ist praktisch für Preisänderungen, aber gefährlich bei Tippfehlern. Eine falsche Spalte kann Beschreibungen überschreiben. Deshalb: Für Updates nur die Spalten in die Datei nehmen, die sich wirklich ändern sollen, und vorher ein Backup machen.
Mehrsprachige Shops. Wenn Ihr Shop mehrere Sprachen hat, brauchen Sie je Sprache Übersetzungen der Texte. Die Vorlage per Export zeigt, wie diese Spalten heißen. Mehr zum Thema lesen Sie in Mehrsprachigkeit in Shopware einrichten.
Und nach dem Import? Schauen Sie sich Stichproben im Shop an: Produktseite, Kategorie, Suche und Warenkorb. Prüfen Sie, ob der Bestand stimmt und die Preise richtig angezeigt werden. Gerade bei Staffelpreisen und Kundengruppen lohnt sich ein genauer Blick, siehe Kundengruppen und Staffelpreise. Auch die SEO-URLs sollten Sie kontrollieren, damit Ihre neuen Produkte gut gefunden werden.
Wann der CSV-Import nicht mehr reicht
Der Standardimport ist ideal für den Start und für gelegentliche Updates. Irgendwann stößt er aber an Grenzen. Das merken Sie an diesen Zeichen:
Sie importieren jeden Tag neue Preise oder Bestände.
Ihre Daten stammen aus einem Warenwirtschaftssystem oder einem PIM.
Sie verwalten tausende Varianten mit vielen Eigenschaften.
Mehrere Personen pflegen Daten, und niemand weiß mehr, welche Datei die aktuelle ist.
Dann lohnt sich eine Automatisierung. Es gibt Plugins, die geplante Importe per FTP erlauben, mit Vorschau und Rücksetz-Funktion. Noch besser ist eine echte Schnittstelle, die Ihre Daten automatisch synchronisiert. Wie das gelingt, erklären wir in Shopware ERP-Anbindung. Wer zusätzlich auf Marktplätzen verkauft, findet Hinweise in Marktplatz-Anbindung für Shopware.
Bei der Entscheidung hilft eine einfache Rechnung: Wie viele Stunden pro Monat verbringen Sie mit manuellen Importen? Wenn es mehr als zwei, drei Stunden sind, rechnet sich meist eine Automatisierung. Und fehlerfreie Daten sind auch ein Verkaufsargument, denn falsche Preise oder Bestände kosten Vertrauen. Auch für die Performance gilt: Große Importe sollten außerhalb der Stoßzeiten laufen. Dazu passt Shopware-Performance optimieren.
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Bonus: Regelmäßige Exporte als Sicherung. Der Export ist nicht nur für Vorlagen nützlich. Exportieren Sie Ihre Produkte regelmäßig, etwa einmal im Monat, und legen Sie die Datei sicher ab. Dann haben Sie eine Rückfallebene, falls bei einem Import doch einmal Daten überschrieben werden. Zusätzlich lassen sich Exporte für Preisvergleichsportale, Marktplätze oder Ihre Buchhaltung nutzen. Das macht den Import/Export-Bereich zu einem kleinen Allzweckwerkzeug.
Bonus: Zusammenarbeit im Team. Wenn mehrere Personen an der Datei arbeiten, vergeben Sie klare Regeln. Wer darf Preise ändern? Wer pflegt Beschreibungen? Eine zentrale Datei mit Versionsnummer im Namen, zum Beispiel „produkte-2026-10-v3.csv", verhindert, dass alte Stände hochgeladen werden. Tragen Sie Änderungen in ein kurzes Protokoll ein. Das klingt nach Bürokratie, spart aber bei jedem Fehler viel Suchzeit.
Bonus: Datenqualität zuerst. Ein Import ist nur so gut wie die Daten darin. Prüfen Sie Produktnamen auf Rechtschreibung, Beschreibungen auf Einheitlichkeit und Bilder auf Qualität. Doppelte Produktnummern, leere Pflichtfelder oder falsche Mengen fallen sonst erst im Shop auf. Eine kurze Filterprüfung in der Tabelle vor dem Upload, etwa nach leeren Zellen oder doppelten Werten, erledigt viel davon in wenigen Minuten. Gute Daten verbessern übrigens auch Ihre Auffindbarkeit bei Google, siehe Shopware-SEO.
Wer Shopware 6 Produkte importieren möchte, spart mit dem CSV-Import enorm viel Zeit. Holen Sie sich die Vorlage per Export, speichern Sie die Datei als UTF-8 mit Semikolon, starten Sie mit einem kleinen Testimport und lesen Sie das Fehlerprotokoll. Achten Sie auf Excel-Fallen bei Nummern, Preisen und Umlauten. Und wenn der Aufwand wächst, lohnt sich der Schritt zur Schnittstelle. So kommen Ihre Produkte schnell, sauber und ohne Nervenverlust in den Shop.
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Jetzt Beratungsgespräch sichernHäufige Fragen zum Produktimport in Shopware 6
Wo finde ich den Produktimport in Shopware 6? +
Im Admin unter Einstellungen, Shop und Import/Export. Dort wählen Sie ein Profil, laden Ihre CSV-Datei hoch und starten den Import.
Welche Kodierung muss meine CSV-Datei haben? +
Am besten UTF-8 mit Semikolon als Trennzeichen. Speichern Sie in Excel ausdrücklich als CSV UTF-8, damit Umlaute richtig ankommen.
Kann ich auch Varianten per CSV importieren? +
Ja. Jede Variante bekommt eine eigene Produktnummer und wird über eine Spalte mit dem Hauptprodukt verknüpft. Eine Vorlage per Export zeigt den genauen Aufbau.
Wie kommen Bilder über den Import in den Shop? +
Sie tragen die öffentliche Adresse des Bildes in die passende Spalte ein. Shopware lädt das Bild dann herunter. Nutzen Sie Dateinamen ohne Leerzeichen und Sonderzeichen.
Was mache ich, wenn der Import Fehler meldet? +
Lesen Sie das Fehlerprotokoll, denn es nennt die betroffene Zeile. Beheben Sie den Fehler in der CSV und starten Sie den Import erneut, am besten zuerst mit einer kleinen Testdatei.
Wann lohnt sich ein Plugin oder eine Schnittstelle? +
Wenn Sie täglich Preise oder Bestände aktualisieren, mit einem Warenwirtschaftssystem arbeiten oder sehr viele Varianten pflegen. Dann spart Automatisierung Zeit und vermeidet Fehler.
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